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Schulprojekt (2014)

Wie führt man junge Menschen an die Neue Musik heran?

Die Ensemblemitglieder der SCHOLA HEIDELBERG setzten sich mit dieser Frage, auf die es keine universale Antwort gibt, auseinander. Dabei wollten sie nicht nur Ihre Musik den Schülerinnen und Schülern präsentieren, sondern vielmehr gemeinsam mit Ihnen auf künstlerisch hohem Niveau ein Konzertprogramm erarbeiten und anschließend auf die Bühne bringen.

Hierzu widmeten sich die Schülerinnen und Schüler der Elisabeth-von-Thadden-Schule gemeinsam mit den Ensemblemitgliedern dem Werk „Love Songs“ (1977) von Claude Vivier.

„Love Songs“ ist eine Hommage an die großen Liebespaare der Literaturgeschichte, die eine szenische Interpretation erfordert. Es erklingen darin u.a. Zitate von Vergil, Hesse, Shakespeare und aus Tristan & Isolde. Vivier verbindet diese mit einer eigenen Fantasiesprache. Er selbst schreibt im Vorwort seines Werks:

„Auf der Bühne zu sein oder nicht
Empfunden zu werden, nicht verstanden
Lass Töne anderer deine eigenen inspirieren
Lass die Musik aus Dir strömen, als wärest Du ein Kind.
Notation ist nur eine Erinnerung für bestimmte Zustände
Folge nie den Zeichen, sondern nur ihrem Geist.
Mache in dieser Partitur, was Dir gemäß ist zu tun und lass den Rest die anderen tun.
Always be in love.”

Kompositionsaufträge des KlangForum Heidelberg gefördert durch

Opernprojekt zusammen mit dem Ensemble Modern und dem SWR Experimentalstudio (2016)

Veröffentlicht am 04.04.2017

Hans Zender: Don Quijote de la Mancha
16 theatralische Abenteuer
Text nach Cervantes vom Komponisten

Johannes Kalitzke - Musikalische Leitung
Anna-Sophie Mahler - Regie
Duri Bischoff - Bühne, Ausstattung, Kostüme
Marek Lamprecht - Lichtdesign
Stefan Wirth - Dramaturgisch-musikalische Beratung
SWR Experimentalstudio: Joachim Haas, Dominik Kleinknecht
Live-elektronische Realisation
Otto Katzameier Don Quijote
Winfrid Mikus Sancho Panza

Solisten der SCHOLA HEIDELBERG
Ensemble Modern


Produced at Frankfurt LAB. In Kooperation mit dem SWR Experimentalstudio. Im Rahmen von heim.spiele, ein Projekt des Ensemble Modern mit großzügiger Unterstützung des Kulturfonds Frankfurt RheinMain, des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst, der Aventis Foundation, der Deutsche Bank Stiftung, der Ensemble Modern Patronatsgesellschaft e.V., der Crespo Foundation, der Dr. Marschner Stiftung, der Stiftung Polytechnische Gesellschaft Frankfurt am Main, der Freunde des Ensemble Modern e.V. und der Stadt Frankfurt.

Auftragskomposition von Matthias Ockert im Rahmen des "Projekt Prinzhorn"

Primum Mobile
Eine Komposition für Stimmen, Ensemble und Elektronik von Matthias Ockert
mit Texten aus Dante Alighieris "La Divina Commedia" und von J.-H. Grebing
(Sammlung Prinzhorn, Heidelberg)
Interpreten: Solisten der SCHOLA HEIDELBERG / ensemble aisthesis
Gefördert durch die Hanne-Darboven-Stiftung und das ZKM | Institut für Musik und Akustik
Uraufführung@ZKM_Kubus am 13.09.08
Kameras: Dagmar Vinzenz, Tom Zielen
Bearbeitung für ZKMtube: Moritz Büchner, Kai Hanneken, Tom Zielen

Auszug Stabat Song Mater

Excerpt of concert recording "Heimathen"

„Heimathen“ – diese oder eine andere, und die Sehnsucht nach dem Ankommen: Angeregt durch das Leitmotiv des Literatursommers Baden-Württemberg 2016 „Heimat und Identität in der Literatur“ und von Adalbert Stifter, thematisiert das zweiteilige Konzertprojekt Musik und Sprache, interkulturelle Migration und Heimat. Das KlangForum Heidelberg nähert sich „Heimathen“ aus zwei Richtungen: sowohl auf dem Weg über die vertonte Sprache als auch auf der Spur der Erinnerung, als Rückblick aus dem Exil. Werke für Stimmen und Instrumente wurde bei fünf Komponisten unterschiedlicher kultureller Prägung (Alvaro Carlevaro, Bnaya Halperin-Kaddari, Jan Kopp, Samir Odeh-Tamimi und Hannes Seidl) in Auftrag gegeben und 2016 uraufgeführt.

Die Uraufführung des Auftragswerks „Sehnen I“ von Jan Kopp nach Texten von Mandelstam bildete mit bereits existierenden Vertonungen durch Elena Firssowa den literarisch-musikalischen Auftakt zum Festival „Heimathen“.

Der russische Dichter Ossip Mandelstam hatte einst als Student in Heidelberg einen Grundstein seines Schaffens gelegt und war deswegen 2016 Thema im Programm der „UNESCO City of Literature“ Heidelberg; seit 2014 Teil des weltweiten Netzwerks der UNESCO Creative Cities.

Ralph Dutli, bedeutendster Mandelstam-Übersetzer der Gegenwart, rezitierte Gedichte auf Russisch und Deutsch. Zwei weiteren Auftragskompositionen „intemperie“ von Alvaro Carlevaro aus Uruguay und „There is no place like home“ von Hannes Seidl stehen Werke von Brahms, Schönberg, Zimmermann und Webern gegenüber.

Das Ensemble „Gegenklang“ der Elisabeth-von-Thadden-Schule war mit einem selbst dargebotenen Kompositionsauftrag des KlangForum Heidelberg, einer eindrucksvollen Klangcollage, ins Konzert integriert.

Die Fortsetzung von Jan Kopps Auftragswerk, "Sehnen II" am zweiten Festivalwochenende wurde kontrastiert durch die Uraufführungen „Abramelin“ des jungen israelischen Komponisten Bnaya Halperin-Kaddari und „Palmyra“ des gebürtigen Palästinensers Samir Odeh-Tamimi. Neben diesen neuen Kompositionen erklangen exilbezogene Werke von Schönberg und Eisler sowie thematisch ergänzende Kompositionen von Grisey und Brahms.
„Pour la Paix“ für Tonband, Sprecher und Stimmen von Iannis Xenakis schließlich bildete den intensiven Schlusspunkt. Literarische Rezitationen des Schriftstellers Hans Thill aus seinem „Buch der Dörfer“ ergänzten das Programm nicht nur innerhalb der klassischen Konzertform, sondern auch unterwegs im Pendelbus zwischen den verschiedenen Spielstätten von "Heimathen" im Städtedreieck der Metropolregion.