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On the Fly

Gemeinsamer Abend mit dem UnterwegsTheater

Hebelhalle

On the Fly
  • Unterwegstheater
  • Clémence Boullu | Sopran
  • J. Marc Reichow | Klavier
  • Boris Müller | Schlagwerk

Veranstalter: UnterwegsTheater

Gemeinsamer Abend mit dem UnterwegsTheater:

Am Samstag ist das KlangForum Heidelberg als special Guest in der Hebelhalle zu erleben und wird hier die erste Hälfte des Abends musikalisch gestalten. In der Begegnung von Tanz und zeitgenössischer Musik entstehen neue Perspektiven auf Raum, Körper und Klang – unmittelbar, wach und ohne Autopilot.
Die Hebelhalle bietet hierfür den passenden Rahmen: ein Ort für Experimente, Offenheit und intensive künstlerische Erfahrungen.

Ein kurzes Liedprogramm unserer Sopranistin Clémence Boullu zusammen mit J. Marc Reichow am Flügel reicht von Camille Saint-Saëns' textloser Nachtigall und Viktor Ullmanns Vertonungen fünfhundert Jahre alter Sonette von Louize Labé bis zu Cathy Berberians legendärer "Stripsody", einer Vokalperformance mit Comictexten.
Zudem wird unser Schlagzeuger Boris Müller das Werk „Lithosphäre“ (= steinerne Hülle der Erde) aufführen. Es beschäftigt sich mit den Klängen, die man mit Steinen erzeugen kann oder die auch überall auf der Erde von selbst, also zufällig, entstehen.(Steinschlag, Erdrutsch, der Rückzug einer Welle auf einem Kiesstrand usw.). Es ist keine notierte Komposition, sondern eine Solo-Improvisation für einen Schlagzeuger.
Alle Materialien/ Instrumente sind selbst gesammelt/ selbst gebaut.

Boris Müller schreibt hierzu selbst:
Zu Beginn stand die (Klang)Material-Sammlung und das Experimentieren damit:
Die Instrumente/ Materialien werden angeschlagen und auch gerieben, um gehaltene Klänge zu erhalten.
Welche Klänge kann man erzeugen/ in welche Richtung verbessern und v.a. auch: wie kann man sie durch geeignete Schlägel und Reibe-Utensilien jederzeit verfügbar machen? Das Stein-Arsenal umfasst unterschiedlich große Kieselsteine (auch beachtlich große!), Steinplatten (Fliesen), Muscheln/ Schneckengehäuse (also organisches Material, das ich der Einfachheit halber auch zum (Kalk)-Gestein hinzu rechne). Die Kieselsteine wurden „stimmbar“ gemacht oder (die großen) in ein Stein-Guiro verwandelt.
Hinzu kamen noch Instrumente, die ähnliche Klänge wie die Steine erzeugen lassen: Chimes aus vielen hundert Muschel-/ Nuss-oder Bohnenschalen, die einmal angeschlagen Rauschklänge erzeugen, eine tiefe Holztrommel und ein tiefer Holzklang als Pedalinstrumente, um die Klanglandschaft vielfältiger zu machen. Das Ganze habe ich zu einem variablen und in sich funktionierenden Set-up zusammengefügt und dessen Möglichkeiten spielend/improvisierend erforscht. Der Rest ist (hoffentlich): Musik!

Die zweite Hälfte des Abends wird von der Tanzkompanie des UnterwegsTheaters gestaltet:
Leichtigkeit ist eine Haltung, die sich der eigenen Kraft bewusst ist und ihr Nahrung gibt, indem sie in Bewegung bleibt. „On the Fly“ beschreibt ein Lebensgefühl ohne festen Boden unter den Füßen, voller Hochgefühle und Fallhöhe, ohne Autopilot, aber im vollen Vertrauen auf die Mannschaft.
Gemeinsam mit den Tänzer*innen Stavros Apostolatos, Neve Arbel, Yu-Yuan Huang, Nikos Grigoriadis und Hsin-I Huang startet Choreographin Jai Gonzales ins Offene, überwindet die Schwerkraft, begegnet Gegenwind und erkennt Rückenwind. Grenzen werden überflogen, um in der scheinbar unendlichen Weite die konkreten Möglichkeiten zu erfassen und Neues zu gestalten.
Die Stücke des UnterwegsTheaters sind gelebte Utopien, offenherzig und gleichzeitig konzentriert auf das Wesentliche, entstanden aus Arbeitsprozessen, in denen Reflexion stets mit Machen verbunden ist.

1988 haben die Tänzerin Jai Gonzales und der ausgebildete Akrobat Bernhard Fauser nicht lange nach günstigen Startbedingungen gesucht, sondern losgelegt mit Tanzstücken, die international Anerkennung fanden, und dem Ausbau einer Probebühne, auf der manche, heute weltweit tätigen Choreograph*innen erste eigene Stücke zeigten. Ein internationales Netzwerk wuchs und die ganze Stadt wurde immer wieder mit ARTORT im öffentlichen Raum eingebunden. Es folgten zahlreiche Kooperationen, darunter 2012 der Zusammenschluss mit dem Stadttheater als TANZAllianz, die Heidelberg zur deutschlandweit wahrgenommenen Tanzstadt machte.

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