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Gesang der Geister

BETRIEBSWERK

José M. Sánchez-Verdú

Im Projekt "Gesang der Geister" verbinden sich auf vielfältige, nicht nur im Titel spirituelle Weise mehrere der musikalischen Handlungsfelder des KlangForum Heidelberg in diesem Frühsommer.

Zwei von ihnen sind über die letzten Jahre - auch: der Pandemie - hinweg gewachsen und versprechen nun reiche Ernte, sowohl in zwei Konzertaufführungen als auch in einer anschließenden CD-Produktion.

Sowohl Franz Schuberts Vertonung von Goethe pantheistischem "Gesang der Geister über den Wassern", dem großen Gedankengedicht von 1779, als auch "Commedia" von José María Sánchez-Verdú nach Dantes Göttlicher Komödie (c. 1321) übersetzen spirituelle Erfahrung nicht nur in klingende Musik, sondern setzen die Bildhaftigkeit ihrer Sprache musikalisch in Szene. Ein besonderer Umgang mit dem Aufführungsraum ist Sánchez-Verdús Musik oft zu eigen, bei der Gestaltung der Klangräume von Dantes Inferno, Fegefeuer und Paradies verwendet er besonders feine Abstufungen und Positionierungen im Zusammenwirken von Vokal- und Instrumentalensemble.

Die Uraufführung (und anschließende Ersteinspielung) der dreiteiligen "Commedia" krönt eine jahrelange Zusammenarbeit des 1968 geborenen Spaniers José María Sánchez-Verdú mit der SCHOLA HEIDELBERG und Walter Nußbaum, begonnen 2018 mit der Uraufführung des "Inferno; am Ende der im Mai 2023 fertiggestellten Partitur findet sich der Vermerk "fine del Paradiso / fine di Commedia".

Auch Schuberts "Gesang der Geister" hat eine lange, besonders schwierige Entstehungsgeschichte, und das Konzert wird die heute bekannteste Endfassung auch in den Kontext früherer Versionen der Vertonung wie Fassung für vier Männerstimmen stellen.

Das dritte Werk des Programms, „E halk tajt“ für 3 Stimmen und 3 Klarinetten auf einen Text von Árpad Tóth von Marton Illés (*1975), war ein Kompositionsauftrag des KlangForum Heidelberg und erklang zum ersten Mal bei unserem Jubiläumsfestival "Die Würde - wessen?" im Herbst 2022. Auch hier werden poetisch erfundene Räume musikalisch zum Sprechen gebracht, und die Wahl von Arpad Toths Gedicht aus der Zeit des Ersten Weltkriegs darf als Resonanz auf den Ukraine-Krieg begriffen werden.

Das Projekt wird gefördert durch den Sonderfonds "Kunst trotz Abstand" des