Heimathen

Heimathen
Heimathen

Heimat ist kein Ort, sondern ein Gefühl.

Heimat verspürt man dort, wo man sich am wohlsten fühlt.

Es ist ein Gefühl, welches dein „wahres Ich“ zum Vorschein bringt.

Es ist ein Gefühl der Zugehörigkeit, des Wohlgefühls.

In deiner Heimat verspürst du kein Heimweh, noch ein sonderbares Gefühl,
nein, in deiner Heimat fühlst du dich angekommen.

Ece, 14 Jahre

(Beitrag entstand im Rahmen eines Workshops zu dem Projekt "Heimathen")

 

 

Excerpt of concert recording "Heimathen"

„Heimathen“ – diese oder eine andere, und die Sehnsucht nach dem Ankommen: Angeregt durch das Leitmotiv des Literatursommers Baden-Württemberg 2016 „Heimat und Identität in der Literatur“ und von Adalbert Stifter, thematisiert das zweiteilige Konzertprojekt Musik und Sprache, interkulturelle Migration und Heimat. Das KlangForum Heidelberg nähert sich „Heimathen“ aus zwei Richtungen: sowohl auf dem Weg über die vertonte Sprache als auch auf der Spur der Erinnerung, als Rückblick aus dem Exil. Werke für Stimmen und Instrumente wurde bei fünf Komponisten unterschiedlicher kultureller Prägung (Alvaro Carlevaro, Bnaya Halperin-Kaddari, Jan Kopp, Samir Odeh-Tamimi und Hannes Seidl) in Auftrag gegeben und 2016 uraufgeführt.

Die Uraufführung des Auftragswerks „Sehnen I“ von Jan Kopp nach Texten von Mandelstam bildete mit bereits existierenden Vertonungen durch Elena Firssowa den literarisch-musikalischen Auftakt zum Festival „Heimathen“.

Der russische Dichter Ossip Mandelstam hatte einst als Student in Heidelberg einen Grundstein seines Schaffens gelegt und war deswegen 2016 Thema im Programm der „UNESCO City of Literature“ Heidelberg; seit 2014 Teil des weltweiten Netzwerks der UNESCO Creative Cities.

Ralph Dutli, bedeutendster Mandelstam-Übersetzer der Gegenwart, rezitierte Gedichte auf Russisch und Deutsch. Zwei weiteren Auftragskompositionen „intemperie“ von Alvaro Carlevaro aus Uruguay und „There is no place like home“ von Hannes Seidl stehen Werke von Brahms, Schönberg, Zimmermann und Webern gegenüber.

Das Ensemble „Gegenklang“ der Elisabeth-von-Thadden-Schule war mit einem selbst dargebotenen Kompositionsauftrag des KlangForum Heidelberg, einer eindrucksvollen Klangcollage, ins Konzert integriert.

Die Fortsetzung von Jan Kopps Auftragswerk, "Sehnen II" am zweiten Festivalwochenende wurde kontrastiert durch die Uraufführungen „Abramelin“ des jungen israelischen Komponisten Bnaya Halperin-Kaddari und „Palmyra“ des gebürtigen Palästinensers Samir Odeh-Tamimi. Neben diesen neuen Kompositionen erklangen exilbezogene Werke von Schönberg und Eisler sowie thematisch ergänzende Kompositionen von Grisey und Brahms.
„Pour la Paix“ für Tonband, Sprecher und Stimmen von Iannis Xenakis schließlich bildete den intensiven Schlusspunkt. Literarische Rezitationen des Schriftstellers Hans Thill aus seinem „Buch der Dörfer“ ergänzten das Programm nicht nur innerhalb der klassischen Konzertform, sondern auch unterwegs im Pendelbus zwischen den verschiedenen Spielstätten von "Heimathen" im Städtedreieck der Metropolregion.