Unabhängigkeit 1776–2026 ?
Musikfestspiele Saar | Europe 1
- Uraufführung — Joanne Metcalf : The Unfinished Dream , 2026
- Uraufführung — Stefan Litwin : New York Studie - 5. März 1968 , 2026
Komposition:
- Charles Ives : In Flander Fields , 1917
- Carl Philipp Emanuel Bach : Die neue Litanei
- Charles Ives : Tom Sails Away , für Stimme und Klavier
- Charles Ives : He is There!
- Arnold Schönberg : My Horses Ain't Hungry , Appalachian Folk Song
- SCHOLA HEIDELBERG
- Kooperationsensemble aisthesis & friends
Leitung: Ekkehard Windrich
Im Mai 2026 widmen sich die SCHOLA HEIDELBERG und das ensemble aisthesis einem historischen Datum von weltgeschichtlicher Tragweite: der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung von 1776. In Kooperation mit dem DAI Heidelberg entsteht ein literarisch-musikalisches Projekt, das die Vereinigten Staaten als Fluchtpunkt europäischer Aufklärung ebenso beleuchtet wie die vielschichtigen transatlantischen Wechselwirkungen der vergangenen 250 Jahre.
Unter der Leitung von Ekkehard Windrich gestalten acht Sänger*innen und zwölf Instrumentalist*innen zwei aufeinander bezogene Programme, moderiert und literarisch kontextualisiert von Jonathan Springer (DLF Köln). Im Zentrum stehen vokal-instrumentale Werke des 18. bis 21. Jahrhunderts, darunter zwei Uraufführungen.
Mit der „Neuen Litanei“ von Carl Philipp Emanuel Bach (1786) auf einen Text von Friedrich Gottlieb Klopstock wird ein reformtheologisch geprägtes Zeugnis aufgeklärter Religiosität hörbar. Lieder von Charles Ives stehen für die Unabhängigkeit der amerikanischen Musikmoderne. Werke von Arnold Schoenberg und Ursula Mamlok erinnern daran, dass die USA im 20. Jahrhundert für viele europäische Künstler*innen Zuflucht vor totalitären Regimen bedeuteten.
Einen besonderen Akzent setzen zwei neue Kompositionen: Die amerikanische Komponistin Joanne Metcalf reflektiert in ihrem Auftragswerk „The Unfinished Dream“ zentrale Begriffe der amerikanischen Gründungsdokumente vor dem Hintergrund gegenwärtiger politischer Entwicklungen. Der deutsch-mexikanische Pianist und Komponist Stefan Litwin greift in seiner Uraufführung "New York Studie - 5. März 1968" Motive aus Uwe Johnsons „Jahrestage“ auf und entwickelt daraus ein musikalisches Plädoyer für demokratische Selbstbehauptung und geistige Unabhängigkeit.
UNABHÄNGIGKEIT 1776 versteht sich dabei nicht als tagespolitischer Kommentar, sondern als künstlerischer Reflexionsraum. Im Spannungsfeld aktueller Debatten richtet das Projekt den Blick auf die philosophischen und ethischen Grundlagen der 1776 formulierten Ideen – Menschenrechte, Religionsfreiheit, Selbstbestimmung – und ihre Bedeutung für die europäisch-amerikanische Verständigung.
Der Vorverkauf startet am 24.02.2026
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